2008-11-01 13h02 News - Bibliothekswoche

Logo der Stadtbibliothek ein Beitrag von Stephanie Reichelt

Für Jung und Alt

Dienstag fanden wieder zwei Veranstaltungen für unterschiedliches Publikum statt. Zur großen Kampagne “Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek” hatte Stephanie Reichelt etwas zum Thema “Wir sind Autoren” für die Kleinen vorbereitet. Den Erzählungen, wie ein Buch, entsteht folgten die Kinder mit viel Interesse. Bunter wurde es dann, als Stephanie Reichelt das fertige Buch “Das 99. Schaf” in den Händen hielt und vorstellte. Die abenteuerliche Gute-Nacht-Geschichte von Leena und ihrem Schäfchen war für alle Kids mitreißend. Anschließend wurden die Kinder selbst zu kleinen Schriftstellern. Ein vorgefertigtes Buch wartete darauf bemalt und beschrieben zu werden. Tolle Träumergeschichten entstanden. Als sich dann die Findikus-Hortkinder auch noch in der Bibliothek auf den Bildern der Fotoausstellung “Leseratte 2008” wiederfanden, waren sie kaum zu bremsen. Aufgeregt und sehr enthusiastisch flitzen sie von Foto zu Foto und erkannten sich, ihren Banknachbarn oder die Freunde aus der ehemaligen Kindergartengruppe. Auf Grund der Ferien haben wir beschlossen die Fotoausstellung um eine Woche zu verlängern. Somit können alle verreisten Urlauber noch die Chance bis zum 7.11.2008 nutzen und ihre “Leseratte 2008” wählen. Die Stimmauszählung erfolgt dann am 10.11.2008.

Das Leben nach der Uhr Eine Lesung für interessierte Gäste fand dann am Abend statt. “Das Leben nach der Uhr” wurde von Thomas Vogel vorgestellt. An Stelle seiner Eltern berichtete der Neubrandenburger von der Krankheit Diabetes. Gerhardt (87 Jahre) und Christiane († 2006) Vogel haben das Buch über die Geschichte ihres erkrankten Sohnes Thomas geschrieben. Von einem gesunden, sportlichen Mädchenschwarm ist die Rede, bis plötzlich der Zucker alles verändert.
Thomas Vogel erzählt von persönlichen Erfahrungen und wie sehr Gitterstäbe und Verbotsschilder das Leben einschränken, begleitet von Auszügen aus dem Werk seiner Eltern. Ein junger Mensch mit Vorstellungen von seiner Zukunft wird somit schuldlos an die Nadel gefesselt und muss ein Leben nach der Uhr führen. Der Wunsch bei der Bundeswehr zu arbeiten und die Ausweichvariante als Koch konnte Thomas Vogel nicht verwirklichen – zu viel Risiko. Der 44-Jährige Patch-Work-Papa erntete viel zustimmendes Kopfnicken während seiner Erzählungen. Dieses besondere Werk seiner Eltern ist kein Buch ,dass aus medizinischer oder wissenschaftlicher Sicht geschrieben wurde. Es ist ein Buch das uns auf menschliche Art und Weise mit der Zuckerkrankheit bekannt macht. Um die Leute nicht nur zum Nachdenken anzuregen, verabschiedete sich Thomas Vogel mit einem aufmunternden Witz und stellte noch seine modernisierte Kurzgeschichte “Rotkäppchen andersrum” vor. Ein rundum schöner Abend für alle.