2010-06-15 12h49 News - Nisthilfen für Glücksboten

Mehlschwalben an einer Pfütze - Foto: Dr. H. Neumann Der Sommer steht vor der Tür. Und mit dem warmen Wetter fliegen auch wieder die Schwalben. Man unterscheidet bei uns übrigens drei Arten, die Mehl-, die Ufer-und die Rauchschwalben. Mehlschwalben sind an der Oberseite glänzend blauschwarz, an der Unterseite weiß. Ihr Schwanz ist kurz und eingekerbt. Sie brütet außen an Gebäuden und oft in Kolonien. Rauchschwalben haben im Gegensatz zu den Mehlschwalben eine rote Färbung an Stirn, Kinn und Kehle und stark verlängerte äußere Schwanzfedern. Sie brütet in Gebäuden wie Ställen oder Schuppen mit freiem Einflug. Uferschwalben graben Röhren ins sandige Steilwände an der Küste oder in Sandgruben.

Alle drei Arten suchen ihre Nahrung, insbesondere Fliegen und Mücken, über der offenen Kulturlandschaft und unseren Gewässern. Nach ihrer Ankunft im späten Frühling wählen sie sich ein geeignetes Plätzchen für den Nestbau. Doch das ist gar nicht so einfach. Bei Baumaßnahmen oder beim Abriss alter Stallgebäude verlieren sie Nistmöglichkeiten. Außerdem fehlt den kleinen Glücksbringern oft die Grundlage für den Nestbau, der Lehm in Pfützen. Schließlich wird ihr Kot von so manchem Hausbesitzer als Belästigung empfunden. Mitunter wird versucht, sie mit bunten Flatterbändchen an der Fassade zu vertreiben.

Nisthilfen für Mehlschwalben - Foto: Susann Hudy

Doch unsere Rauch- und Mehlschwalben zählen zu den besonders geschützten Tierarten und der NABU Nordvorpommern möchte die Lebensbedingungen der Schwalben in der Region verbessern. Jeder kann dabei mithelfen! Zum Beispiel durch das Anlegen lehmgefüllter Pfützen als Hilfe für den Nestbaus oder durch das Anbringen künstlicher Nisthilfen und Kotbretter. Wie wäre es mit dem Bau von Nistsimsen? Sie sind eine gute Grundlage für den Nestbau und einfach zu basteln. Man braucht 2 unbehandelte Bretter (etwa 20 x 20 cm), rechtwinklig verbunden. Dann werden auf einer Seite 3 - 5 Schrauben eingedreht und mit Blumendraht verbunden. Nun mischt man Füllspachtel für Innen und Sägespäne miteinander zu einem Brei und gibt einen Teelöffel Holzkohlemehl dazu. Das Ganze wird um das Grundgerüst angebracht (siehe Foto), fertig. Um Verschmutzungen durch den Kot der Schwalben zu vermeiden, können unterhalb der Nester 30 cm breite Kotbretter angebracht werden. Der Abstand zu den Nestern und zum Dachüberstand sollte ungefähr 60 cm betragen, da die Nester bei zu geringem Abstand nicht angenommen werden. Zudem bestünde die Gefahr, dass z.B. Marder die Nester erreichen. Der gesammelte Kot ist bestens als Blumendünger geeignet.

Weitere Auskünfte unter 038231/77793 (NABU-Kreisgeschäftsstelle) oder info@NABU-NVP.de.
Fotos: Nistsimse (Susann Hudy), Mehlschwalben an Pfütze (Dr. H. Neumann)
Text: NABU Nordvorpommern /S. Hudy, R . Schmidt