2010-07-08 Bürgerinfo - Heizungsanlagen

Schornsteinfeger

Thema
Änderung der rechtlichen Anforderungen an kleine und mittlere Heizungsanlagen

Am 22. März 2010 ist die neue Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) in Kraft getreten.

Hintergrund der Novellierung ist die Ablösung der nunmehr seit 1988 geltenden, völlig veralteten technischen Vorgaben für Heizkessel, Öfen und Holzheizungen, die Anpassung der Kleinfeuerungsanlagen an den Stand der Technik und eine deutliche Reduzierung der Umweltbelastung durch Feinstaub. Vor allem Feuerungsanlagen, die Holz als Brennstoff nutzen, tragen in erheblichem Maß zur Feinstaubbelastung und zum Ausstoß von karzinogen wirkenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) bei. Um den angestrebten Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse umweltpolitisch akzeptabel zu gestalten, sind zum einen die Anforderungen entsprechend hoch zu fixieren und zum anderen die technischen Möglichkeiten für eine effiziente und emissionsarme Energieumwandlung auszuschöpfen.

Die 1. BImSchV sieht neue anspruchsvolle Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid vor. Neue Feuerungsanlagen wie Heizungen, Kaminöfen oder Kachelofeneinsätze, welche vorwiegend im häuslichen Bereich ihren Einsatz haben, halten in der Regel oft ohne Staubfilter den Grenzwert für Staub ein. Aber auch bestehende Feuerungsanlagen haben sich den schärferen Umweltschutzzielen zu unterwerfen. Die Feuerungsanlagen werden jedoch differenziert betrachtet und zum Teil gibt es lange Fristen für die Sanierung oder den Austausch der Anlagen. Wird mit Hilfe einer Herstellerbescheinigung oder durch eine Vor-Ort-Messung die Einhaltung der Grenzwerte nachgewiesen, ist ein zeitlich unbegrenzter Anlagenbetrieb möglich. Für den Fall, dass die Grenzwerte nicht eingehalten werden, ist z.B. die Nachrüstung mit einem Staubfilter (das Umweltbundesamt rechnet mit Kosten hierfür in einer Höhe von 200,00 € bis 500,00 €) oder der komplette Austausch der Feuerungsanlage notwendig. Der Gesetzgeber hat für die Sanierung der Anlagen den Zeitraum zwischen 2014 und 2024 vorgesehen. Von der Filternachrüstung bzw. von dem Austausch ausgenommen sind Grundöfen (ein an Ort und Stelle handwerklich gesetzter und aus mineralischen Speichermaterialien bestehender Wärmespeicherofen für einen Einzelraum), offene Kamine, Herde, Badeöfen sowie Öfen, die vor 1950 errichtet wurden.

Neu in die 1. BImSchV wurde aufgenommen, dass der Betreiber einer handbeschickten Feuerungsanlage für feste Brennstoffe sich von einer Schornsteinfegerin oder einem Schornsteinfeger über die sachgerechte Bedienung der Anlage, die ordnungsgemäßen Lagerung des Brennstoffs sowie den Besonderheiten beim Umgang mit festen Brennstoffen im Rahmen der Schornsteinfegerarbeiten beraten lassen muss. Das hat innerhalb eines Jahres nach der Errichtung der Anlage oder dem Betreiberwechsel zu erfolgen.

Freuen können sich die Betreiber von ÖI- und Gasheizungen. Die Intervalle der regelmäßigen Überwachung werden verlängert. Von der Lockerung der Messintervalle nach der 1. BImSchV profitieren vor allem Besitzer neuerer Heizungsanlagen. Bei älteren Gas- und Ölheizungen sind die Emissionswerte laut Gesetzgeber häufiger zu kontrollieren. Ausschlaggebend für die Abstände der Termine ist das Alter der Anlage. Über 12 Jahre alte Gas- und Ölheizungen stehen künftig einmal in zwei Jahren, jüngere Anlagen einmal in drei Jahren auf dem Plan.

In der Praxis werden die meisten Haushalte weiterhin jährlich von ihrem Schornsteinfeger betreut. Die Sicherheitsprüfungen (CO-Messung/Abgaswegeprüfung) wird bei raumluftabhängigen Feuerstätten einmal jährlich und bei raumluftunabhängigen Feuerstätten weiterhin einmal in 2 Jahren durchgeführt. Überprüfungspflichtig sind Brennwertfeuerstätten einmal in 2 Jahren.

Wenn Sie als Nutzer einer Anlage Fragen zu den neuen Regelungen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an ihren Schornsteinfegermeister.