2010-10-15 05h11 News - Spatenstich für Solarpark

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bürgemeister Bennor Rüster beim ersten Spatenstich für den Solarpark - Foto: (c) Karsten Kraehmer Am Freitag, dem 15. Oktober beginnt mit dem offiziellen Spatenstich der Bau des 19 Hektar großen Solarparks durch die IBC SOLAR Invest GmbH auf dem Gelände der ehemaligen Tonhalde in Grimmen.

Im Rahmen der etwa einstündigen Veranstaltung stellen der Bürgermeister Benno Rüster, Landrat Ralf Drescher sowie Udo Möhrstedt, Vorstandsvorsitzender und Gründer der IBC SOLAR, das Projekt und seine Bedeutung für die Region näher vor. Der eigentliche Spatenstich erfolgt dann durch einen Überraschungsgast aus der Politik. Mit der Nutzung der Konversationsfläche geht Grimmen mit gutem Beispiel voran und verbindet Klimaschutz mit Bodenschutz auf effiziente Weise. Indem alte, bisher ungenutzte Flächen mit Anlagen zur Gewinnung von Energie aus Sonnenlicht überbaut werden, werden sie wieder auf sinnvolle Art und Weise wirtschaftlich genutzt. Solarpark Von der Grimmener Ton- und Umwelt GmbH (GTU) ist der Kontakt zur IBC SOLAR AG aus Bad Staffelstein hergestellt worden. Die Firma IBC SOLAR AG wird auf der Haldenfläche des Liastontagebaus auf einer Fläche von insgesamt 19 ha Photovoltaikanlagen errichtet. Gemeinsam mit dem Investor hat die Stadt Grimmen das Planungsrecht für die Errichtung des Solarparks geschaffen. Die Haldenfläche bietet sowohl städtebaulich als auch wirtschaftlich unter Beachtung der Belange des Klimaschutzes die optimale Lösung für die Errichtung der Photovoltaikanlagen.

Die prognostizierte erzeugte Strommenge des Solarparks Grimmen beträgt 6.338 MWh. Das entspricht einer Kohlendioxid-Einsparung von 3.701 t/Jahr bzw. der Versorgung von 2.222 Haushalten mit Strom. Somit ergibt sich in Grimmen ein echter Beitrag zum Klimaschutz. Die Investitionskosten für den Solarpark werden ca. 20 Mio € betragen.

Die Stadt Grimmen ist unter anderem auch durch den hier lagernden Bodenschatz Liaston bekannt, der über viele Jahre zu Blähton - auch Porensinter genannt - verarbeitet wurde. Die GTU hat das Betriebs- und Tagebaugelände ersteigert. Zunächst ohne Eigentümer des Bergrechtes zu sein. Dies konnte im Jahr 2007 erworben werden. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, dass der in Grimmen vorhandene Bodenschatz wieder einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt werden kann. Tagebau und Betriebsgelände nehmen insgesamt eine Fläche von 137 ha ein. Der Tagebau selbst hat einen geologischen Vorrat an Liaston von 18 Mio t. Die GTU hat die Vorbereitungen getroffen, um den Liaston wieder abzubauen und am Standort Grimmen zu verarbeiten. Insbesondere die Wasserhaltung wurde wieder aufgenommen, und der Ton wurde bereits zu Versuchszwecken abgebaut. Geplant ist die Entwicklung und Produktion verschiedener Tongranulate für mineralische Dichtungen und der Einsatz als Einstreumittel für verschiedene Tierarten. Das Material wird dann unter dem Namen „Endosan“ vertrieben. Derzeit arbeitet die GTU an den Projektunterlagen zum Bau einer neuen Produktionsstrecke für die Verarbeitung von Liaston auf ökologisch-innovativer Basis. So wird u.a. der Abbau des Liaston im aufgeschlossenen Tagebau vorbereitet. In der Anfangsphase ist der Abbau von jährlich 5.000 - 6.000 t vorgesehen.