2016-05-17 07h34 News - Vogel des Jahres

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Bunte Meter für Nordvorpommern - Lebensräume retten für Stieglitz und Co.

NABU / Der Stieglitz (Carduelis carduelis) gehört zu den buntesten und beliebtesten Singvögeln. Kaum eine andere Art steht so für die Vielfalt und Farbenpracht unserer Landschaften. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Es wird enger für den farbenfrohen „Distelfinken“. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2016 ist der Stieglitz unser Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen. Stieglitz , Foto: Frank Derer Helfen Sie mit bei der Aktion „Bunte Meter für Nordvorpommern“: Säen und bewahren Sie wilde Ecken für die Vogelwelt im Siedlungsraum. Ob Sie Wildblumenstreifen anlegen oder Brachflächen vor der Bebauung retten: Mit jedem „Bunten Meter“ schaffen Sie Lebensräume für Stieglitze sowie andere Singvögel, aber auch Bienen, Schmetterlinge und viele andere Tierarten. Machen Sie mit! Mehr unter www.NABU.de/buntemeter.

Um eine wildblumenreiche Bunte Meter-Fläche zu erreichen, muss nicht immer neu eingesät werden. Sind entsprechende Wildkräuter bereits in der Fläche oder in der Nachbarschaft vorhanden, reicht es oft schon, die Fläche zu „extensivieren“, also auf Düngung, Pestizide und häufiges Mähen zu verzichten. Eine Faustregel dabei lautet: „Je magerer der Boden, desto bunter die Blütenpracht“.

Schneller geht es natürlich oft mit gezielter Einsaat der gewünschten Wildkräuter. Aber Achtung: Ein gedankenloser Griff nach einer Wildblumenmischung im Baumarktregal ist oft nicht ratsam. Darin enthalten sind meist Arten, die in Deutschland nicht wild vorkommen, oftmals sogar sogenannte invasive Arten, die einheimische Arten verdrängen können und dem Naturschutz damit eher schaden.

Halten Sie bei der Wahl oder eigenen Zusammenstellung einer Wildblumenmischung Ausschau nach diesen Arten:

Wildblumen helfen nicht nur dem Stieglitz: Vor der Samenreife müssen die Blumen von blütenbesuchenden Insekten bestäubt werden. Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und Käfer werden das Blütenangebot auf jeden Fall sehr zu schätzen wissen!

Eine simple Sofortmaßnahme ist übrigens, all das stehen zu lassen, was auf bisher häufig gemähten Gartenstücken wächst. So können Blumen und Gräser ausreifen und dem Stieglitz Nahrung bieten.

Wichtig ist, regelmäßig zu mähen, am besten zweimal im Jahr. Das Schnittgut räumt man nach dem Antrocknen ab, um nicht auf Dauer durch das liegen bleibende Material im Boden Nährstoffe anzureichern. Der erste Schnitt ab der zweiten Junihälfte und der zweite Schnitt Ende September sorgen in der Regel dafür, dass sich zweimal im Jahr ein üppiges Blumen- und damit Samenangebot entwickelt. Eine Wiese ist also ein „verlässlich gedeckter Tisch“ für den Stieglitz. Dass es bei der ersten Mahd immer auch blühende Pflanzen trifft, ist nicht dramatisch. Schlechter wäre es zu spät zu mähen. Denn dann reicht die Zeit des restlichen Sommers oft nicht mehr für die Entwicklung einer zweiten Blütenwelle aus. Damit Stieglitze auch im Winter Nahrung finden, lässt man nach der zweiten Mahd so genannte Altgrasstreifen stehen.