2017-03-10 08h12 News - Wildes Parken in Grimmens Altstadt

Falschparker auf dem Marktplatz Dass in Grimmen einiges anders ist als in anderen Städten unseres Landes, ist hinlänglich bekannt. In der Kleinstadt an der Trebel finden Senioren zahlreiche Parkbänke zum verschnaufen, Dreck und Unrat ist auf den öffentlichen Plätzen so gut wie gar nicht zu finden und wer in der Innenstadt mal schnell eine Besorgung oder einen Behördengang erledigen möchte kann sich über kostenlose Parkplätze freuen, denn in einer seiner ersten Amtshandlungen hat Bürgermeister Benno Rüster bereits Anfang der 2000er die Parkuhren aus der Stadt verbannt.

Doch leider hat dieses duchaus positiv gemeinte Handeln, im Laufe der Jahre zu einer gewissen Rücksichtslosigkeit bei einigen Verkehrsteilnehmern geführt. Für Bürgermeister Benno Rüster wird es jetzt Zeit zu handeln. “Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir Verkehrsverstöße, die die Sicherheit unserer Bürger gefährden und die Innenstadtentwicklung bremsen, über einen längeren Zeitraum nunmehr konsequenter ahnden müssen”.

Falschparker in der Langen Straße Die Stadt möchte kostenfreie, temporäre Parkmöglichkeiten anbieten, um Erledigungen in der Altstadt zu vereinfachen und den Einzelhandel anzukurbeln. Dafür sind Kurzzeitparkplätze vor den Geschäften erforderlich. Werden diese von Dauerparkern in Beschlag genommen, ist das allerdings nicht möglich.

Seit einigen Wochen mehren sich in der Stadtverwaltung und den Fachausschüssen die Beschwerden, dass Zufahrten zugeparkt, Gehwege versperrt und Autos auf Grünflächen stehen. Kurzum, das wilde Parken hat in Grimmen eine Eigendynamik entwickelt, die nie gewollt war.

“Es kann nicht sein, dass die Oma mit dem Rollator nicht mehr den Gehweg – wie beispielsweise in Neuberlin – nutzen kann, weil auf dem Bürgersteig ein Auto parkt”, so Benno Rüster. Für den Bürgermeister ist auch nicht hinnehmbar, dass Feuerwehrzufahrten verstellt werden, Geschäftsleute ihre Waren nicht problemlos annehmen können und Einzelhändler auf Grund von Dauerparkern vor ihren Läden immer weniger Kunden anlocken.

Die Stadt wird deshalb den ruhenden Verkehr künftig verstäkt unter die Lupe nehmen. Wie Fachbereichsleiter Burkhard Niedermeyer sagt, werden die Mitarbeiter darauf achten,dass nur noch auf den markierten Flächen und StVO konform geparkt wird.

Falschparker in der Mühlenstraße Das sei bei vielen Fahrzeugführern in Vergessenheit geraten, sagt Niedermeyer. Nicht alle freien Flächen seien Parkplätze! Beschäftigten, die in der Grimmener Innenstadt arbeiten, rät er, die zahlreichen Parkmöglichkeiten in der Stralsunder Straße, Knochstraße oder am Schwanenteich zu nutzen.

Bei den bevorstehenden Kontrollen will die Stadtverwaltung disziplinarisch vorgehen. Wir wollen die Parksünder erziehen und nicht vordergründig zur Kasse bitten, beschreibt Burkhard Niedermeyer die Aufgaben des Ordnungsamtes. Er sieht die vermehrten Kontrollen als ein Appell an die Vernunft. Denn Grimmen hat sehr schmale Straßen und sind die zugestellt, bekommen die Fahrer von Krankenwagen und Feuerwehren riesige Probleme.

Vermehrte Kontrollen soll es auch an den Straßenreinigungstagen geben, da zu diesen Zeiten oft kein durchkommen in der Innenstadt ist. „Grimmen soll wieder seniorenfreundlicher werden und Geschäftsleute müssten sich auf den Vorteil eines Innenstadthändlers mit Parkraum verlassen können“, bringt es Benno Rüster auf den Punkt.

Im Fokus der Kontrollen stehen ab sofort die Strohstraße und die Mühlenstraße. Ein besonderes Augenmerk richten die Ordnungsamtsmitarbeiter auf die verkehrsberuhigten Bereiche in der Langen Straße, Sundische Straße und Hafenstraße. Übrigens: die zum Parken freigegebenen Flächen sind durch in das Pflaster geschlagene Markierungen gut zu erkennen.

Und noch etwas sollten Sie nicht vergessen. In der Altstadt gilt innerhalb der 3 Stadttore von 8 – 18 Uhr generell Parkscheibenpflicht. Die maximale Parkzeit beträgt dabei 1 Stunde!

Verkehrszeichen - Verkehrsberuhigter Bereich

Zur Erinnerung
StVO Zeichen 325 und 326 Verkehrsberuhigte Bereiche
Ge- oder Verbot
    1. Wer ein Fahrzeug führt, muss mit Schrittgeschwindigkeit fahren.
    2. Wer ein Fahrzeug führt, darf den Fußgängerverkehr weder gefährden noch behindern; wenn nötig, muss gewartet werden.
    3. Wer zu Fuß geht, darf den Fahrverkehr nicht unnötig behindern.
    4. Wer ein Fahrzeug führt, darf außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen nicht parken, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen und zum Be- oder Entladen.
    5. Wer zu Fuß geht, darf die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt.