2017-04-27 07h27 News - Sanierung von Haus III beginnt

Die Modernisierung der Grimmener Stadtverwaltung geht weiter.

Nach der aufwendigen Sanierung des historischen Rathauses und des Verwaltungsgebäudes II wird nun Haus III runderneuert.

Dazu ist der komplette Freizug des Hauses erforderlich. Für die Mitarbeiter der Fachbereiche 1, 2 und 3 (u.a. Bau,- Sozial- und Ordnungsamt) heißt das Umzugskartons packen. Knapp 30 Angestellte ziehen mit ihrer teils kompletten Büroeinrichtung in das Geschäftshaus am Markt 10 in der Sundischen Straße.

Noch sind die Maler in den Ausweichräumen in Markt 10 zugange.Der Umzug beginnt am 3. Mai und dauert bis zum 8. Mai. An diesen Tagen gibt es keine Sprechzeiten!

Die Bauarbeiten in Haus III beginnen Ende Mai. Nach Auskunft von Bauamtsleiterin Heike Hübner werden z.Zt. die Angebote für die einzelnen Baulose gesichtet. Mitte Mai könnten die ersten Aufträge ausgelöst werden. „Wie lange die Sanierung dauert, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht hundertprozentig sagen. Dafür gibt es noch zu viele Unbekannte, die einen belastbaren Bauzeitenplan nicht zulassen. Den können wir erst nach der Entkernung aufstellen“, so die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt. Sie rechnet mit einer Fertigstellung im August 2018.

Die Sanierung des letzten Verwaltungskomplexes der Stadt Grimmen kostet inklusive Umzug voraussichtlich 2,7 Millionen Euro. Davon werden 1,6 Millionen Euro durch Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm und 1,1 Millionen Euro durch Kofinanzierungsmittel gedeckt. Aus dem städtischen Haushalt fließen Eigenmittel in Höhe von 1 Million Euro in den Umbau.

Die letzte Sanierung erlebte das Haus III – den älteren Grimmenern auch als „Ratskeller“ und „Greifendrogerie“ bekannt – am Anfang der 90iger Jahre. Später wurden lediglich die Fenster, vor zwei Jahren das Dach saniert. Jetzt soll das Gebäude barrierefrei saniert werden. D.h. neben dem Einbau eines Fahrstuhls werden alle Büros entkernt sowie dieVer- und Entsorgungsmedien, die Elektro- und Telekommunikationsleitungen, die Heizung und die Sanitärbereiche auf den neuesten Stand gebracht. Die Grundrisse der Büros bleiben nach der Sanierung im wesentlichen erhalten.

Heike Hübner betont, dass die Stadt bei allen Arbeiten ihrer Verantwortung einer energetischen und denkmalpflegerischen Sanierung gerecht werden wird. So erfolgen die Baumaßnahmen ausschließlich unter denkmalpflegerischen Aspekten und Auflagen. Das zeige sich nicht nur bei der Sanierung der Fassade, sondern auch im Innenbereich bei den Türen und Oberlichtern. „Viele kleine Details zeugen von einer geschichtlich wertvollen Handwerkskunst. Die wollen wir erhalten und zeigen“, so die Bauamtschefin. Besonders aufwendig ist das bei der Fassade. Dort müssen die Bauleute einzelne Klinkersteine tauschen. Diese Formsteine sind Einzelanfertigungen, die speziell für diese Restauration hergestellt werden.

Sichtbare Veränderungen wird es hinter dem Haus III geben. Der kleine Anbau, in dem sich jetzt u.a. die Büros des Ordnungsamtes befinden, wird abgerissen. Die Mitarbeiterinnen werden zukünftig im modernisierten Haus III ihren Arbeitsplatz haben. Das neue Raumkonzept schafft dort Platz für neue Büros.

Außerdem plant die „E.ON edis“ den Rückbau der Trafostation. 2018 soll dann der Parkplatz komplett neu gestaltet werden.

Die Umzugskartons sind schon weitestgehend gepackt.Übrigens: um die Sanierungskosten nicht weiter zu steigern, werden die Büros nicht neu eingerichtet. Alle Möbel werden nach dem Umzug wieder aufgestellt.

Bei geplanten Behördengängen sollten Sie in den nächsten Tagen auf Grund des Umzuges folgendes berücksichtigen:

Die Einwohnermeldestelle und das Standesamt schließen von Freitag, 28.04.2017, bis Mittwoch, 03.05.2017.

Die anderen vom Umzug betroffenen Bereiche (Sozialverwaltung mit Wohngeldstelle, Ordnungsverwaltung, Bau-, Liegenschaft- und Friedhofsverwaltung, Wirtschaftsförderung, Interner Service mit Personalverwaltung) schließen von Dienstag, 02.05.2017, bis Montag, 08.05.2017.

Da außerdem die Telefonanlage ausgetauscht wird, kann die telefonische Erreichbarkeit der Stadtverwaltung in der Zeit vom 03.05.2017 bis 08.05.2017 eingeschränkt sein.

Ab Dienstag, 09.05.2017, sind die Bereiche dann wie folgt zu erreichen:

Telefonzentrale, Poststelle, Bürgerauskunft    Rathaus    Erdgeschoss
Einwohnermeldestelle, StandesamtHaus 2Erdgeschoss
Sozialverwaltung, WohngeldstelleMarkt 10Obergeschoss rechts
Schul-, Sport-, KulturverwaltungMarkt 10Dachgeschoss rechts
Ordnungsverwaltung Markt 10Obergeschoss rechts
Bau-, Liegenschaft-, Friedhofsverwaltung und WirtschaftsförderungMarkt 10Dachgeschoss links
Interner Service, PersonalverwaltungMarkt 10Dachgeschoss rechts

Der Eingang zu den Büros im Markt 10 befindet sich in der Sundischen Straße.

Die Kassensprechzeiten finden vorübergehend im Raum 2.11 (1. Obergeschoss) des Hauses 2 statt.

Die bekannten Postfach- und Hausanschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen gelten unverändert weiter.

Historie
An der Stelle an der sich heute das Haus III der Grimmener Stadtverwaltung befindet stand Ende des 19.Jahrhunderts der „Preußische Hof“.
Die Gaststätte mit Saal, Fremdenzimmern und Garten erlebte 1855 ihre Blüte als die bekannte Pianistin Klara Schumann-Wieck, die Lebensgefährtin des Kompomisten Robert Schumann dort ein Konzert gab.
1908 brannte der „Preußische Hof“ ab. Unter der Bevölkerung kursierte das Gerücht, dass der Wirt nachgeholfen haben könnte.
An gleicher Stelle entstand dann der „Ratskeller“ und die „Greifendrogerie“.
Beide gingen Pleite. Heute beherbergt das rote Backsteingebäude einen Teil der Grimmener Stadtverwaltung.