2021-02-09 11h35 News - Neue Perspektive für die GWG

Logo der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH Grimmen (GWG)

Neue Perspektiven für die GWG

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH Grimmen (GWG) leidet seit ihrer Gründung unter einer erdrückenden Altschuldenlast. Millionenkredite, die noch aus DDRZeiten stammen, belasten seit Jahrzehnten die Bilanzen. In Mecklenburg-Vorpommern kann nun die Entlastung der Kommunen von Altschulden aus dem DDR-Wohnungsbau beginnen. Die für das Entschuldungsprogramm nötige Verordnung zur Auszahlung von landesweit 25 Millionen Euro pro Jahr liegt jetzt vor, teilte das Schweriner Innenministerium mit.

Damit können Kommunen und kommunale Wohnungsgesellschaften, die durch die Übernahme von Wohngebäuden aus DDR-Zeiten auch Altschulden übernehmen mussten, beim Land einen Antrag auf Entschuldung stellen, erläutert Bauamtschefin Heike Hübner (CDU), die aktuelle Situation. „Für die Stadt Grimmen und die GWG geht es darum Altschulden in Höhe von 4,9 Millionen Euro abzubauen. Bei einer Summe in dieser Höhe, ist eine zusätzliche Genehmigung der Europäischen Union erforderlich. Die wird vom Land gerade beantragt“, so die stellvertretende Bürgermeisterin weiter. Mit einer Genehmigung rechnet Heike Hübner in 6 bis 12 Monaten. „Der Erhalt der Genehmigung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Entlastung der GWG“, so die Stadträtin.

Und noch etwas lässt die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH und die Stadtvertreter mit Optimismus in die Zukunft blicken: Die jahrelangen, zähen Verhandlungen mit dem Kreditgeber, der DKB, tragen endlich Früchte. „Gemeinsam konnten wir erreichen, die Tilgung der Altschulden bei der Bank für zwei Jahre auszusetzen“, ergänzt Gunther Dettmann, der Geschäftsführer der GWG. Das verschafft dem Unternehmen freien Finanzspielraum für dringend geplante Maßnahmen an den GWG-Immobilien.Zudem hat die DKB neue Kredite für zukünftige Projekte in Aussicht gestellt. Dafür haben Stadtverwaltung und GWG mehr als drei Jahre gekämpft und zahlreiche Auflagen erfüllen müssen. „Neben einem umfangreichen Sanierungskonzept haben wir zur Unterstützung auch einen Dienstleistungsvertrag mit der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald abgeschlossen“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Timo Schulz (CDU). Das alles seien wichtige Schritte, die zur Fortführung des kommunalen Wohnungsunternehmens von enormer Bedeutung sind.

Für die kommenden Jahre heißt es nun, den Wohnungsbestand zu modernisieren, altersgerecht zu gestalten und dem tatsächlichen Bedarf anzupassen. „Damit können wir unserer Verantwortung gegenüber den Bürgern, sozialen Wohnungsbau vorzuhalten und zu fördern, weiter gerecht werden“, sagt Stadträtin Heike Hübner.

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH hat etwa 1650 Wohnungen in ihrem Besitz. Damit ist die GWG der größte Vermieter in Grimmen. Knapp 21 Prozent des Wohnungsbestandes steht leer. Im Landesvergleich eine hohe Zahl. Die Grimmener Stadtvertreter stehen hinter den Plänen der GWG und unterstützen das kommunale Wohnungsunternehmen auch zukünftig mit jährlich 200 000 Euro aus dem städtischen Haushalt.