2021-03-29 07h19 News - Corona-Testzentrum nicht ausgelastet

Corona-Abstrichzentrum

Testzentrum in Grimmen gut besucht - aber nicht ausgelastet

Weit mehr als 20.000 Neuinfektionen, ein Inzidenzwert jenseits der 100. Die Zahlen des RKI machen erneut klar: Deutschland befindet sich mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie. Und die Zahl der vom Robert-Koch-Institut gemeldeten Fälle steigt stetig an.

Um der epidemiologischen Entwicklung entgegenzutreten, setzt MecklenburgVorpommern auf freiwillige Schnelltests. Sogenannte “Bürgertest”. 140 Schnelltestzentren gibt es mittlerweile in MV. Eines davon in Grimmen. Betrieben wird es vom Landkreis Vorpommern-Rügen, der für seine Testzentren in Stralsund, Ribnitz-Damgarten, Bergen und Grimmen vom Land nach Internetangaben knapp 30.000 Schnelltests erhalten hat.

Im Grimmener Testzentrum, es befindet sich im Haus 4 des Landratsamtes, können sie einmal pro Woche von Montag bis Freitag in der der Zeit von 09.00 bis 16.00 Uhr einen kostenlosen Schnelltest machen lassen. Das einzige, was sie dafür vorlegen müssen, ist der Personalausweis. Und dann kann es sofort losgehen. Mund auf, Stäbchen rein und das war´s. Danach 15 Minuten in einem separaten Bereich warten und das Testergebnis in Empfang nehmen. Ist es negativ, ist alles in Ordnung. Bei einem positiven Test müssen sie auf schnellstem Weg nach Hause und den Hausarzt informieren.

Gut 100 Grimmener haben in der vergangenen Woche das Angebot des Landkreises genutzt. Vorwiegend Senioren, aber auch Mitarbeiter, die vom Chef geschickt wurden. Der Älteste war 91, die Jüngste 18 Jahre alt. Auch Stadtvertreter Marco Jahns nutzte den „Bürgertest“. „Ich wollte mich in Vorbereitung auf einen wichtigen Termin testen lassen und schauen, wie die Arbeit hier läuft. Die Stadtverwaltung hatte ja zwei Mitarbeiter zur Unterstützung abgestellt. Außerdem interessierte mich, wie das Angebot des Landkreises angenommen wird“, so der Stadtvertreter.Das könnte besser sein, sagt Steffen Sobcinski, der gemeinsam mit Nico Hamelow den Rachenabstrich vornimmt. Beide sind Oberstabsgefreite und wurden von die Bundeswehr in das Testzentrum abkommandiert.

„Von der Kapazität her könnten wir täglich 70 bis 80 Abstriche vornehmen, momentan sind es 20 bis 25“, so Sobcinski. Marco Jahns bittet deshalb alle Grimmener, dieses kostenlose Testangebot zu nutzen. „Wenn wir der Pandemie ernsthaft entgegentreten wollen, dann spielen dabei Testen und Impfen eine ganz entscheidende Rolle. Beim Impfen sind wir abhängig von der Impfstofflieferung. Das Testen liegt in unserer eigenen Hand, da können wir Umfang und Tempo selbst beeinflussen“, so der CDU-Politiker. Sein Test war übrigens negativ.

Das es auch andere Ergebnisse gibt, zeigt ein Blick in die Statistik. „Wir hatten in einer Woche drei positive Tests“, sagt Ralf Päplow, der die Soldaten bei der Erfassung der Daten unterstützte. Eigentlich ist der Grimmener Hallenwart in der Grundschule „Dr. Th. Neubauer“. In der vergangenen Woche war er gemeinsam mit Thorsten Erdmann Testhelfer. „Fällt ein Test positiv aus, wird der Puls schneller“, gibt Päplow umunwunden zu. Dann müssen alle Räume desinfiziert und eine gute halbe Stunde durchlüftet werden. Auch die Arbeitsmaterialien werden penibel gereinigt, manche komplett ersetzt. Sein Fazit nach einer Woche Amtshilfe: „Es war interessant. Man hat am Rande die unterschiedlichsten Lebensgeschichten gehört und leider auch von Schicksalsschlägen erfahren. Am meisten habe ich mich aber gefreut zusehen, wie erleichtert die Menschen nach einem negativen Test waren.