2021-11-16 09h02 News - Tipp der Wohngeldstelle

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Wichtiger Hinweis der Wohngeldbehörde

Wohngeld ist in Deutschland eine Sozialleistung nach dem Wohngeldgesetz. Gedacht für Bürger, die aufgrund ihres geringen Einkommens einen Zuschuss zur Wohnungsmiete oder zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums erhalten. Seit Jahresbeginn haben sich im Wohngeld allerdings einige Änderungen ergeben. Wir haben uns darüber mit Doreen Naujok von der Wohngeldstelle der Stadt Grimmen unterhalten.

Frau Naujok, wenn man das Wort „Änderungen“ hört, dann zucken viele von uns unweigerlich zusammen, weil man sofort an einen Mehraufwand an Bürokratie oder vielleicht sogar weniger Geld denkt. Ist diese Annahme berechtigt?
Nein, in diesem Fall überhaupt nicht. Im Gegenteil. Über diese Änderung können sich jetzt einige Rentner sogar freuen, denn für sie erhöht sich das Wohngeld. Auch in unserer Stadt.

Worum geht es konkret?
Seit dem 01.01.2021 haben Rentner, die 33 Jahre an Grundrentenzeiten nachweisen können, Anspruch auf einen jährlichen Freibetrag bei der Wohngeldberechnung. Das heißt, wenn sie jetzt Wohngeld beantragen (immer vorausgesetzt, dass sie dazu berechtigt sind), können sie diesen Anspruch geltend machen und letztendlich etwas mehr Geld in der Brieftasche haben. Wichtig dabei ist, 33 Jahre Grundrentenzeiten nachzuweisen. Dabei hilft die zuständige Rentenkasse, manchmal reicht aber auch schon der Blick in den Rentenbescheid. Zu den Grundrentenzeiten gehören u.a. Pflichtbeitragszeiten für eine versicherte Beschäftigung, Pflichtbeitragszeiten wegen Bezugs von Krank-, Übergangs- oder Unterhaltsgeld sowie Berücksichtigungszeiten für Kindererziehung oder Pflege von Kindern, um nur einige Beispiele zu nennen.

Und um wie viel Geld reden wir da?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Der Freibetrag ist immer abhängig von der gezahlten monatlichen Rente und der sich daraus ergebenden Wohngeldberechnung. Wir hatten aber jetzt auch schon Fälle, bei denen anspruchsberechtigte Bürger Freudentränen in den Augen hatten, weil es durch die Neuberechnung des Freibetrages zu einer nicht unerheblichen Nachzahlung kam.

Das heißt, die Änderung der Wohngeldberechnung gilt rückwirkend?
Nur für das Jahr 2021 und auch nur ab Antragstellung. Wer also bis dato kein Wohngeld beantragen konnte, weil er geringfügig über der Bemessungsgrenze lag, kann jetzt aufgrund des eingeführten Freibetrages eine Neuberechnung vornehmen und somit eventuell Wohngeld erhalten. Dazu muss aber ein Antrag gestellt werden, wobei wir gerne behilflich sind.

Und was ist mit den Rentnern, die bereits Wohngeld beziehen?
In diesem Fall läuft die Anpassung und Neuberechnung automatisch ab. Das übernehmen die Rententräger und die Wohngeldstelle.

Frau Naujok, herzlichen Dank für das Gespräch.

In Grimmen beziehen aktuell 220 Haushalte Wohngeld. Dafür werden jährlich rund 380.000 Euro bereitgestellt. Die Gelder kommen vom Bund und vom Land. Seniorinnen und Senioren die, im Falle einer Bedürftigkeit, Fragen zur Wohngeldbeantragung oder Wohngeldberechnung haben, können sich vertrauensvoll an Doreen Naujok in der Stadtverwaltung wenden. Sie erreichen sie unter der Rufnummer 038326 / 47 241. Für einen persönlichen Gesprächstermin ist eine telefonische Voranmeldung erforderlich.